Kontakt
Bürozeiten: Montag bis Freitag, 15 bis 18 Uhr.
Telefon: 01/ 52125/ 242 oder 243
Fax: 01/526 91 19 ("für GAJ" draufschreiben)
E-Mail: info@gajwien.at (Unseren GPG-Key für sichere, verschlüsselte Kommunikation findet ihr hier.)
Plenum ist jeden 1. (ersten) Freitag im Monat ab 19:00 Uhr
Vor dem Plenum wird noch gekocht und gequatscht, herzliche Einladung an alle die einfach mal vorbeischaun wollen.
Jeden 3. (dritten) Samstag im Monat ist Jour Fixe ab 16:00 Uhr
Dort können Leute die wollen Ideen für Aktionen, Pickerln, Flyer,... mitbringen, es wird vielleicht Filmgeschaut, über bestimmte Texte - Themen geredet. Infos zu dem aktuellen Jour Fixe kommen auf diese Website.
8. März Demo 2010 - Still Lovin' Feminism & Gegen das Scheiß Patriachat!
AN ALLE FRAUEN, LESBEN, MÄDCHEN, TRANSFRAUEN
ZUR DEMO AM 8. MÄRZ. 2010 - Internationaler Frauenkampftag
Sexismus ist jede Handlung und gesellschaftlich verfestigte Struktur, die die Unterdrückung und Marginalisierung einer Person oder Gruppe aufgrund ihres Geschlechts bewirkt und fort schreibt. Sexistische Strukturen zwängen Menschen in jene binären Geschlechterkategorien, die erst ihre Hierarchisierung erlauben. Konkret bedeutet dies: Männer werden - im besonderen der weiße, heterosexuelle Mann - strukturell privilegiert. Alle anderen sind gezwungen, sich mit den sexistischen, rassistischen, homo- und transphoben Gewaltstrukturen auseinander zusetzen, die ihnen entgegentreten.
Wir sehen, dass jede Frau* in verschiedenste Herrschaftsverhältnisse eingebunden ist. Sexistische, kapitalistische, rassistische und antisemitische Strukturen sind Gewaltverhältnisse, die die Selbstbestimmung, körperliche Integrität und Freiheit von Menschen einschränken und beschneiden. All diese Strukturen sind verschränkt und müssen gemeinsam angegriffen werden.
Was uns verbindet, ist der Widerstand gegen Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund geschlechtlicher Zuschreibung, die alltäglich und überall stattfinden: von den nationalen Grenzen bis hin zum eigenen Bett. Wir sind lesbisch, bisexuell, heterasexuell. Wir sind zwischen oder jenseits dieser Kategorien, und kämpfen für einen Tag, an dem diese Bezeichnungen weder relevant noch zwanghaft sind. Wir lassen uns nicht in Kategorien zwängen und gestalten unser Leben, wie wir wollen!
WE ARE FEMINISTS!
NEIN HEISST NEIN!
Gewalt, besonders sexualisierte Gewalt, gehört für FrauenLesbeMädchenTrans zu den alltäglichen Erfahrungen. Sie stellt eine spezifische Grenzüberschreitung dar, um Frauen* in „ihre“ Schranken zu verweisen, ihnen Raum zu nehmen, ihre Wahrnehmung zu definieren, kurz: männliche Dominanz zu sichern. Diese Ausübung von Macht und Kontrolle erfolgt in den meisten Fällen von bekannten Männern, wie dem Chef, Kollegen, Freunden, politische Mitstreitern, dem Liebespartner. Dem ganz „normalen“ Mann eben. Von blöden Anmachsprüchen bis hin zu körperlichen Übergriffen: sexualisierte Gewalt verletzt.
Es völlig egal, in welcher Form sich ein NEIN ausdrückt. Jedes „Vielleicht später“, „Nein danke“, „Verpiss dich“, „Ich weiß noch nicht“, „Ich mag dich, aber…“, „Ich will jetzt lieber schlafen“ bedeutet genauso NEIN, wie auch jedes Abwenden, Zögern, Schweigen und jede Stille. Wir bestimmen selbst, wo unsere Grenzen sind!
AND WE FIGHT BACK!
OUR BODIES OUR CHOICE!
Die Herrschaft über Frauen wurde und wird auch immer über ihre Körper ausgetragen. Die gesellschaftliche Norm definiert nicht nur wie Frauen* auszusehen haben, sondern verbindet auch körperliche Merkmale erst mit einem Geschlecht. Wer von diesen Normen mehr oder weniger abweicht oder ausgeschlossen wird, erlebt oft Ausgrenzung und/oder verschiedenen Formen von Gewalt.
Die Selbstbestimmung unserer Körper wird auch in Frage gestellt, wenn es darum geht, wann und ob wir Kinder bekommen wollen. Die Verfügbarkeit von Verhütungsmittel bis hinzu Abtreibung reguliert grundlegend der Staat. Der überlässt Entscheidungen im „im besten“ Fall dem Arzt im schlechtesten Fall Pfaffen und Co. Ein Recht auf Abtreibung existiert nach wie vor nicht. Hingegen arbeiten Konservative bis hinzu (Klerikal)Faschist_innen weiterhin an der Abschaffung der Fristenlösung, und Gruppen wie HLI oder ProLife terrorisieren nach wie vor Abtreibungskliniken bzw. Frauen die diese aufsuchen. Unsere Antwort darauf: Kerz'lfresser schlucken!
FÜR DIE SELBSTBESTIMMUNG UNSERER KÖRPER
NO BORDER - NO NATION
Wir erklären uns solidarisch, mit all jenen, die nationale Grenzen überqueren, aus welchen Gründen auch immer, und dabei illegalisiert, verhaftet oder getötet werden. Für Frauen* erweist sich Migration oft als besonders schwierig. So wird patriarchale Gewalt, wie Vergewaltigung oder Verfolgung als Lesbe, in Österreich nicht als Asylgrund anerkannt. Frauen, die aufgrund von Eheschließung Aufenthaltsrechte erhalten, können sich nicht bedingungslos scheiden lassen, ohne zu riskieren, diese zu verlieren.Illegalisierte Menschen werden am Arbeitsmarkt ausgebeutet, wobei ungleiche Lohnverhältnisse illegalisierte Frauen besonders treffen. Der Anteil von Migrantinnen in der Sexarbeit beträgt in Österreich zwischen 60-70%. Sexarbeit ist dabei einer der wenigen staatlich tolerierten Arbeitsmöglichkeiten für asylsuchende Frauen. Illegalisiert Leben und Arbeiten bedeutet keine Rechte und keinen Schutz zu haben.
KEIN MENSCH IST ILLEGAL!
KA SCHEISS HOCK'N FÜR OARSCH KOHLE!
Das Datum des 8.März entsprang einem Streik von sozialistischen Textilarbeiter_innen, die für bessere Arbeitsbedingungen kämpften. Auch heute noch verdienen Frauen* weniger als Männer, bekommen weniger Pension, weniger Arbeitslosengeld, und verrichten den Großteil „privater“ (= unentlohnter) Tätigkeiten. Wir fordern nicht gleichen Lohn, sondern die Abschaffung kapitalistischer Arbeitsverhältnisse, die auf Ausbeutung konzipiert sind, und für die Ungleichheit unter Menschen Bedingung ist.
FIGHT THE STATE! FIGHT CAPITALISM!
RIOT NOT QUIET!
DESHALB KOMMT AM 8.MÄRZ 2010 -
ZUR FRAUEN* LESBEN MÄDCHEN* DEMO
SMASH PATRIARCHY! SMASH SEXISM!
TREFFPUNKT: 17:00, Ecke Museumsquartier/ Marcus Omofuma Denkmal
Smash 278ff!
Nun werden im Prozess die Ergebnisse dieser zweifelhaften Untersuchungen präsentiert werden. Wie genau hier eine Anklage nach dem Paragraf 278a seitens der Staatsanwaltschaft argumentiert werden wird bleibt fraglich, denn: “Der mittlerweile zehn Meter dicke Strafakt beinhaltet nicht nur allerlei Anschuldigungen und Mutmaßungen. Er strotzt nur so von Lücken, fehlenden Beweisketten und verweist einmal mehr auf ‘unbekannte MittäterInnen’, die offensichtlich trotz massiver Überwachung nicht ausgeforscht werden konnten.”, kritisiert Alex Sommer von der Unterstützer*innengruppe antirep.2008.
Den Angeklagten wird unterstellt sich als "Kriminelle Organisation" im Sinne des äusserst schwammig formulierten Paragraf 278 - der eigentlich zur Bekämpfung von Organisationen wie der Mafia eingeführt wurde- organisiert zu haben.
Damit wird versucht jede politische Aktivität, sei es Flyerverteilen, Plena besuchen oder Demos organisieren als möglicherweise kriminell darzustellen. Ein Urteil nach dem Paragraf 278 würde es ermöglichen die Arbeit politischer Gruppen und NGOs zukünftig sehr einfach zu kriminalisieren. Kein gutes Zeichen für eine Demokratie...
Umso wichtiger ist es diesen Prozess zu verhandeln - und auf die Absurdität der Anklagen hinzuweisen. Das kostet viel Geld, tausende von Euros werden gebraucht um die Anwält*innenkosten zu begleichen. Daher: spenden, spenden, spenden und viele Solipartys besuchen!
Die GAJ Wien fordert eine Einstellung des Verfahrens, die Auflösung der Sonderkommission sowie die Abschaffung des Paragraphen 278ff!
Wir sind alle 278a!
Mehr Info, Spendenkontonummer und Soli-Termine findet ihr auf http://antirep2008.lnxnt.org/
Einladung zum Jour Fixe im Februar
Die Grünalternative Jugend Wien veranstaltet am Samstag, 20. Februar ihren dritten Jour Fixe. Wir wollen damit einen politischen Rahmen zum Kennenlernen, Diskutieren und Amüsieren schaffen. Für Speis und Trank ist gesorgt, der Eintritt selbstredend frei. Es soll ein offener Raum für politische Diskussion geschaffen werden und nicht um gruppenspezifische Prozesse gehen. Alle Menschen, die sexistisches, rassistisches, homo-/transphobes und antisemitisches Gedanken"gut" aufbrechen wollen, sind herzlich willkommen.
Außerdem wollen wir wieder Projektvorschläge und Drucklayouts von politischen Einzelpersonen oder Initiativen in Wien drucken und/oder finanzieren um das etwas problematische BittstellerInnen-GewährerInnen-Verhältnis aufzubrechen. Wir würden gerne politische Projekte (Sujets, Pickerl, Plakate) in Wien und sonstwo, einen emanzipatorischen Grundkonsens vorausgesetzt, unterstützen. Wir diskutieren am Jour-Fixe also gern eure Ideen, denn: Mehr Pickerl braucht das Scheißland!
Unser Raum, in der Lindengasse 40, 1070 Wien, ist ab 16:00 geöffnet. Das vage Rahmenprogramm beginnt ab 18:00 mit euren etwaigen Projektideen/Pickerlvorschlägen. Ab 20:00 schauen wir eine Dokumentation über den Faschismus in Italien.
Büro Geschlossen vom 15.02. bis zum 19.02.10
lg
eure GAJ-Wien
Fight Repression! Anti-fascism is not a crime!
Das verhalten der Polizei bei der NOWKR Demo gegen den deutschnationalen WRK-Ball in der Hofburg hat viele antifaschist_innen und demokrat_innen verstört und schockiert. Schon im Vorfeld der Demo zeigte die Polizei was sie vom Versammlungsrecht und Meinungsfreiheit haltet: Die angemeldete Demo wurde mit äußerst fadenscheinigen Gründen, "aus Gründen der öffentlichen Sicherheit", untersagt. Fünf Grüne Parlamentarier_innen meldeten daraufhin erneut eine Demonstration an, welche ebenfalls von der Polizei (mit selber Begründung) untersagt.
Trotz verbot versammelten sich weit über 1000 antifaschist_innen am Europaplatz/Westbahnhof um ein deutliches Zeichen gegen Deutschnationalismus, Männerbünde, Rechtsradikalismus, Sexismus, Antisemitismus, Homophobie und Rassismus zu setzten. Die Polizei kesselte die Demo ein, die eingekesselten Personen, darunter auch etliche Tourist_innen und Lokalbesucher_innen, durften den Kessel stundenlang nicht verlassen. Die Polizei ließ Wasserwerfer auffahren, sprühte Pfefferspray in die Menge und führte wahllos brutale Verhaftungen durch. Nur sehr langsam und unter Abgabe der Personalien lies die Polizei Personen aus dem immer enger gezogenem Kessel heraus. Unterdessen versammelten sich etwa 200 Personen zu einer Solidaritätsdemo durch den ersten Bezirk, auch bei dieser Demo gibt es Berichte über massivste Polizeigewalt. Das alles geschah während deutschnationale Burschenschafter, rechtsradikale und Holocaustleugner ungestört in der Hofburg feiern konnten.
Die folgen der massiven Polizei Repression: 700 Personen wurden angezeigt. Insgesamt 14 Personen wurden von der Polizei Festgenommen.
Wir lassen uns nicht Kriminalisieren und uns unseres Demonstrationsrechts berauben!
Die ersten kleineren Aktionen gegen das Demoverbot und Polizeigewalt wurden schon gesetzt; die Grünen werden beim Verfassungsgerichtshof Klage einreichen und eine Parlamentarische Anfrage stellen.
Um unsere weiteren Aktionen zu koordinieren, um Infos weiterzugeben und um uns auszutauschen, laden wir euch ein zu einem Antirepressionstreffen ein:
am Mo. 8. Februar 2010
ab 17 Uhr
in das Grüne Haus
Lindengasse 40
1070 Wien
Das Antirepressionstreffen wurde organisiert vom grünen Parlamentsklub (NR Abg. Daniela Musiol – NR Abg. Karl Öllinger – NR Abg. Albert SteinhauserNR Abg. Harald Walser – NR Abg. Wolfgang Zinggl).
Wahlkampf und Broschüre
Wir wollen Texte online und in gedruckter Form an junge Leute verbreiten und zur Diskussion stellen. Dazu wird es einen Blog und eine Broschüre geben, die Lust zu diskutieren machen sollen und dazu motivieren sollen selbst aktiv zu werden. Inhaltliche Schwerpunkte sind dabei vor allem Antirassismus und Feminismus, aber auch für alle anderen Themen die euch interessieren ist Platz.
Ihr seht schon, dies ist ein Aufruf euch aktiv einzubringen! Schickt die Texte die ihr gerne veröffentlicht haben wollt bis zum 1.3.2010 an uns. Auch unfertige Textideen, Kurzgeschichten, Fotos, Stickervorlagen,... sind herzlich willkommen.
Und was passiert dann?
Mitte März veröffentlichen wir alle Vorschläge und Ideen auf einem Blog. Dort können und sollen sie diskutiert, gelobt und kritisiert werden. Einige dieser Texte drucken wir dann in Broschürenform und verschicken sie an alle Jugendlichen in Wien. Für die Broschüre wird es dann natürlich eine fette Releaseparty geben
Wenn du Lust hast dich mit Texten, Ideen, Energie,... einzubringen, schreib an gajwien@gajwien.at.
Wir freuen uns über eure Beiträge und eine diskussionsreiche Zeit!
GAJ-Wien an Polizeipräsident Pürstl: Nach Gewaltexzessen ist Rücktritt die einzige Konsequenz!
GAJ-Wien an Polizeipräsident Pürstl: Nach Gewaltexzessen ist Rücktritt die einzige Konsequenz
Utl.: Polizei setzt undemokratische Maßnahmen auf brutalste Weise fort!
Wien (OTS) - "Nachdem die Polizei mit äußerst fadenscheiniger Begründung die Demonstration gegen den deutschnationalen Burschenschafter Ball verboten hatte, setzt die Polizei ihr undemokratisches Vorgehen mit unglaublicher Brutalität fort." so Rosa Plüsch von der Grünalternativen Jugend Wien.
Am Freitag versammelten sich über 1000 friedliche DemonstrantInnen um gegen Rechtsextremismus und Männerbünde ein deutliches antifaschistisches Zeichen zu setzten. Die Wiener Polizei versuchte dies mit allen Mitteln zu verhindern. "Das "Who-is-Who" des internationalen Rechtsextremismus trifft sich in der Hofburg und die Polizei prügelt wahllos auf AntifaschistInnen ein. Die Gewaltexzesse der Wiener Polizei haben Freitag Abend einen dramatischen Höhepunkt erlangt." so Rosa Plüsch weiter.
"Wir verurteilen das Vorgehen der Polizei aufs Schärfste. Die Gewaltexzesse der Wiener Polizei müssen Konsequenzen haben: Wir fordern den Rücktritt des Polizeipräsidenten Pürstl!" so die Sprecherin der GAJ-Wien. "Ich habe heute versucht von meinem Versammlungsrecht Gebrauch zu machen. Dieses verfassungsmäßig garantierte Recht scheint in Österreich weniger Wert zu sein als ein rechtsextremes Tanzevent".
"Die Lippenbekenntnisse zu Demokratie und Antifaschismus am vorgestrigen internationalen Holocaustgedenktag scheinen keinerlei Wert zu haben. Der Rechtswalzer von Rechtsextremen und Holocaustleugnern scheint der Wiener Politik und Polizei mehr zu bedeuten als die österreichische Verfassung." schließt Rosa Plüsch empört. "Die Demokratie wurde an diesem Abend mit Füßen getreten, wie schon lange nicht mehr!"
Rückfragehinweis:
01/52125242; gajwien@gajwien.at; www.gajwien.at
Aufruf zum queer-feministischen Block in der noWKR-Demo.
Auch diese Jahr wird es wieder eine Demo gegen den WKR-Ball geben – und dieses Mal gibt es einen zusätzlichen guten Grund mitzugehen! Denn bei der noWKR-Demonstration wird es einen queer-feministischen Block geben. Wir wollen mehr Raum schaffen! Für lauter laute Queer-Feminismen! Gegen alle Männerbünde! Bunt(er), radical queer, feministisch stark, laut, raumnehmend und entschlossen! Wir wollen gemeinsam mit dir einen Raum schaffen, in dem wir uns möglichst wohl fühlen, Rücksicht aufeinander nehmen und zusammen unserer Scheißwut auf die HERRschenden Zustände Luft machen! Wenn deine Kritik an Männerbündlerei und Sexismus nicht bei Burschis endet, Antifaschismus für dich nicht mit „Nazis Raus“ erledigt ist, du es satt hast in diesem verschissenen Land alles fressen zu müssen was es an rassistischer, homophober, sexistischer, antisemitischer, transphober und konservativer Scheiße gibt, dann komm zur noWKR-Demo! Lass Alkohol, Macker_innenattitüde und unreflektiertes Verhalten zuhause! Nimm deine Freund_innen, Kreativität und Wut mit – und geh mit uns gemeinsam!
Keine Demo (und sonst auch nix) ohne queer-feministische Raumnahme!
Männerbünde angreifen!
Wir nehmen uns den Raum, den wir haben wollen!
Join the queer-feminist block am 29.01.2010, 18.00, Europaplatz/Wien!
Open for all Genders!
radical queer feminists against burschis
Am 29. Jänner findet auch dieses Jahr wieder der Ball des Wiener Korporations Ring (WKR) in der Wiener Hofburg statt. Bei diesem Ball handelt es sich nicht um ein harmlose Tanzveranstaltung von Burschenschaften, sondern um ein wichtiges Event der extremen Rechten. Ein Abend an dem sich „national-freiheitliche“, deutschnationale und offen rechtsextreme an einem der repräsentativsten Orte in Wien selbst feiern und ihr Kontakte mit Vertreter_innen der europäischen Rechten pflegen. Viele langjährige Besucher_innen des Balles sind durch einschlägige Aussagen bekannt: Martin Graf, seines Zeichens dritter Nationalratspräsident mit Hang zu antisemitischen Ausritten, Barbara Rosenkranz, Vertreterin von Heim-Herd-Mutterkreuz-Politik und Kämpferin gegen den „Gender-Wahn“ sowie John Gudenus, der bereits wegen Holocaust-Leugnung zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt wurde. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. FPÖler_innen sparen nicht an hetzerischen Aussagen: ein bisschen Verhetzung hier, eine rassistische Kampagne, von Bezeichnungen wie „Landtagsschwuchtel“ bis zur Hetze gegen Antifaschist_innen ist alles drinnen. Der WKR-Ball zeigt klar (ebenso wie die Wahlergebnisse der FPÖ) wie gesellschaftsfähig und akzeptiert antisemitisches, rassistisches, transphobes, sexistisches und homophobes Gedankengut hierzulande ist.
Gegen jeden Männerbund!
Durch burschenschaftliche Befehlsstruktur und deren Praxen von Unterwerfung wird ein spezifisch autoritärer Männlichkeitstyp ausgebildet. Burschenschaften vertreten ein strikt heteronormatives Geschlechtermodell, welches Frauen* auf ihre traditionellen Bereiche verweist und Identitäten außerhalb dieses Schemas verneint. Die Mensur als Militarisierungsritus, von dem Frauen* und Juden explizit ausgeschlossen sind, leitet sich aus einem deutschnationalen Männlichkeitsbild ab, in dem Aufopferung fürs (deutsche) Vaterland an erster Stelle steht. Den Männerbund als Organisationsform ist aber nicht Burschenschaften vorbehalten – frauenfreie und frauenfeindliche Strukturen finden sich in fast allen Gesellschaftsspektren. Durch sie entstehen Seilschaften, die Männern* zu gesellschaftlich relevanten Positionen verhelfen, während Frauen* von diesen strukturell ausgeschlossen werden. Keine Männerbündelei ist mit einem emanzipatorischen Gesellschaftsmodell vereinbar! Deshalb gilt es dagegen aufzutreten und sie anzugreifen!
27.1. 2010 Gedenkveranstaltung: Auschwitz-Befreiung
Am 27. Jänner 1945 befreiten Soldat_innen der Roten Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, dessen Name in der Nachkriegsgeschichte zum Synonym des Nationalsozialistischen Vernichtungsantisemitismus und dessen Nachwirkungen werden sollte. Ein weitreichender Moment, doch als Tag, an dem mensch sich auf den Holocaust besinnt, will sich das Datum nicht recht einbürgern. Dafür gibt es zumindest einen vernünftigen Grund: Warum, so lässt sich fragen, soll ausgerechnet in Österreich der Befreiung gedacht werden?
Das vermeintliche "Umdenken" der vergangenen 20 Jahre hat kaum zu einer breit getragenen Gedenk- und Erinnerungskultur geführt. "Auschwitz" ist ein gemiedener Begriff, mensch tut sich schwer mit der Feststellung, Nachfolgegeneration einer Täter_innen-Nation zu sein. Die schlichte Tatsache, dass in Auschwitz weit über eine Million Menschen systematisch ermordet wurden, scheint so unerträglich zu sein, dass sie in Vergleichen und Gleichwertereien immer wieder minimiert und zum Schweigen gebracht werden muss. Wir als Nachgeborene können uns nicht an die Gewalt, die Auschwitz für seine Häftlinge, deren Familien und Freund_innen bedeutete, erinnern. Doch wir können ihrer Opfern gedenken. Nicht nur am 27. Jänner: Es bedarf weiterer Gedenk- und Kritikmomente, die Teil des Alltags einer Gesellschaft werden, deren stereotype Verfassung in mancherlei Hinsicht dieselbe geblieben ist, seit Auschwitz befreit wurde.
In der festen Überzeugung, dass eine qualitativ andere Zukunft nur durch die Aneignung der Vergangenheit möglich ist, laden wir euch herzlich ein, euch an der Gedenk- und Befreiungskundgebung am 27. Jänner 20010 zu beteiligen.
18:00 Gedenkveranstaltung mit Redebeiträgen am Judenplatz, 1010 Wien, danach Filmabend in der i:da, Zwölfergasse 9, 1150 Wien
